Die Hilfe geht weiter

Liebe Spenderinnen, liebe Spender,

in dem vergangenen halben Jahr, seit meinem ersten Spendenaufruf, hat sich viel getan. Vieles hat sich verändert, vieles ist geblieben, noch mehr muss getan werden und doch kann man sich sicher sein: Fertig wird man niemals.

Die Welt, allen voran die westliche, mit Europa und den USA als den großen „Vorbildern“ nach denen alle ja so streben sollen, haben auf der ganzen Linie völlig versagt. Sie hat den Libanon, Jordanien und die Türkei im Stich gelassen. Die Länder, welche die meisten syrischen Flüchtlinge aufgenommen haben, weil diese nunmal direkt an Syrien grenzen und das erste Zufluchtsgebiet waren.

Die Welt, allen voran die westliche, mit Europa und den USA als den großen „Vorbildern“ nach denen alle ja so streben sollen, haben Spenden im großen Stil versprochen, doch gekommen ist nur ein Wassertropfen auf einen Vulkan. Dieser Wassertropfen hat den Boden der Tatsachen noch nicht einmal ansatzweise erreicht, sondern versickerte zumeist in korrupten Kanälen entlang der Spendenlinie. Von ganz oben bis höchstens zur Mitte. Das wenige was dann doch den Boden erreicht hatte, kam in Camps an, in welchen sich Politiker und Hilfsorganisatioen sonnten. Zuletzt Aussenminister Walter Steinmeier, der ein Camp in Bar Ellias, gleich hier um die Ecke, besuchte. Das selbe Camp wird in der Regel von irgendwem einmal im Monat besucht. Nur wenige Kilometer weiter sieht die Sache da schon anders aus. Doch dieses Elend kommt nicht gut an, denn dann müssten diese anders reagieren als sie es tun. Würde dieses Elend die Medien erreichen, wäre der Aufschrei sicher größer, doch so sieht man das es den Flüchtlingen zwar an vielen mangelt, sie jedoch überleben werden. Anders ein paar Kilometer weiter. Aber darüber hatte ich in anderen Beiträgen berichtet.

Inzwischen hat sich viel verändert.

Die Welt, allen voran die westliche, mit Europa und den USA als den großen „Vorbildern“ nach denen alle ja so streben sollen, haben auf der ganzen Linie völlig versagt. Sie hat den Libanon, Jordanien und die Türkei im Stich gelassen.

Jetzt haben die Politiker reagieren müssen. Steigende Probleme in der Wasser- und Stromversorgung, steigende Nahrungsmittelpreise, steigende Arbeitslosigkeit unter den Libanesen und überall steigende Preise sind die folgen, welche die weit über eine Million syrischen Flüchtlinge hier hervorgerufen haben. Die Welt hatte inzwischen drei Jahre Zeit zu reagieren und zu helfen. Doch sie tat es nicht. Zumindest nicht so wie man es hätte machen müssen. Die Wahlen in Syrien waren jetzt der Anlass das der Libanon Fakten schafft.

Viele der Syrier die im Libanon sind, sind Anhänger von Assad und taten dies auch auf Demonstrationen kund. Zuletzt vor der Syrischen Botschaft, in welcher auch die Wahlen abgehalten worden sind. Die Menge der Anhänger weckte die Politiker hier auf und zeigte die Gefahr welche hier schlummert. Die Konsequenz war, das man diese Woche beschlossen hat, die Syrier wieder zurück in ihre Heimat zu schicken. In Ortschaften und Städten, in welchen es keine Auseinandersetzungen mehr gibt und im sogenannten „No-Mens-Land“, gleich hinter der libanesischen Grenze sollen sie sich dann wieder aufhalten. Beispiel dafür ist die in den vergangen Monaten umkämpfte Stadt Homs, welche seit ein paar Wochen von den rebellen geräumt und der syrischen Armee übergeben wurde. Inzwischen setzt dort, trotz der Verwüstungen, der Alltag wieder ein. Entlang der libanesischen Grenze auf syrischer Seite sollen dann Camps eingerichtet werden, welche von int. Hilfsorganisationen betreut werden sollen.

Man mag davon halten was man will, doch die Welt hatte drei Jahre Zeit zu helfen. Es darf also nicht verwundern, wenn eine libanesische Regierung sich jetzt zuerst um die Bedürfnisse der Libanesen kümmert um eine Eskalation innerhalb des Libanon zu vermeiden.

Wie meine Leser hier und bei Google+ ja wissen, hatte ich mich um Flüchtlinge so gut es ging gekümmert. Ohne eure Spenden wäre das auch so nicht möglich gewesen. Zwar hat, wie es nunmal üblich ist, die Spendenbereitschaft etwas nachgelassen, doch versiegt ist sie nicht. Ich möchte euch nun also einen neuen Vorschlag machen, wie die Spendengelder eingesetzt werden sollen. Es ist also genügend Platz und auch Zeit darüber zu diskutieren.

Eine Schule für Homs

Da Homs ja nun eine der ersten, relativ sicheren, Städte in Syrien ist, es nur 15 Autominuten bis in den Libanon sind und die meisten der Flüchtlinge von dort stammen, wollte ich dort mit euren Spenden hier im Libanon Baumaterial, wie zB Zement, kaufen um dort eine Schule wieder aufzubauen. Erst einmal provisorisch, später, je nach Spendenaufkommen, besser. Es würde zwar nicht das Medienwirksame Großereignis werden, jedoch würden die Flüchtlinge hier aus dem Camp bei mir um die Ecke, sehen, das die Hilfe aus Deutschland nicht abreist. Da zuletzt zumeist Winterkleidung angeschafft wurde um den Winter zu überstehen, würde ich jetzt das Augenmerk auf die Bildung und den langsamen Übergang zur, nennen wir es mal so, „Normalität“ herstellen. Schulalltag kann den Kindern etwas helfen. Ich glaube, darüber braucht man nicht großartig zu diskutieren. Diese Art der Ablenkung hat sich bereits in anderen Krisengebieten als erfolgreich bewährt und ich würde es gerne mit eurer Hilfe versuchen. Es tatsächlich zu versuchen finde ich besser als es deutschen Politikern nachzumachen und nur darüber reden.

Viele meiner Leser hier haben die Beiträge über Flüchtlinge gelesen und sich sicherlich gewundert das in den letzten Monaten nichts mehr gekommen ist. Das möchte ich euch hier noch einmal erleutern.

Ich hatte einen Auftrag für Indien bekommen welcher einen Monat dauerte. Dazu musste ich jedoch zuerst nach Deutschland, da dort ein Arbeitsvisum für Indien beantragt wurde. Das dauerte bereits knapp zwei Wochen, welche ich in Köln bei den Piraten dort verbrachte. Ja, es war eine angenehme, inspirierende Zeit. Während dieser zwei Wochen nahm ich zB auch am Global Marihuana March teil. Danach ging es für einen Monat nach Chennai, Indien. Dort verdiente ich auch wieder genug um auch andere Projekte, bei welchen es um Libanesen geht, selber zu finanzieren. Dabei geht es um LED-Technologie, Solartechnologie und Autarkie. Ich werde darüber ein andernmal ausführlicher berichten. Danach ging es wieder zurück nach Deutschland, wo ich weitere vier Wochen warten musste bis ich wieder in den Libanon reiste.

Hier angekommen, musste ich feststellen, das auch während meiner abwesenheit Cannabis legalisiert wurde. Und zwar zu 100%! Dies eröffnet natürlich weitere fantastische Möglichkeiten für Wirtschaft und Umwelt. Ein Potential das kaum ein Libanese kennt.

Ich möchte euch jetzt hiermit bitten, nicht mit den Spenden aufzuhören, sondern JETZT ERSTRECHT auf eure Fahnen zu schreiben. Da ich hier alleine bin, würde aus dem Tropfen auf dem Vulkan ein Becher auf einen heissen Stein. Es würde jedoch nicht viele Syrier helfen, diesen aber dafür umso besser. Ich fände es wunderbar, wenn die Kinder aus dem Camp, die mir zu Silvester die Glatze schneiden durften, in eine von Uns aufgebaute Schulen gehen würden. Und vielleicht, nur vielleicht, werden eines Tages statt Bilder Assad, eure Fotos an der Wand hängen, als eine Erinnerung daran, das Menschen Menschen geholfen haben als diese Hilfe brauchten.

 

 

 

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