Bald Frieden in Syrien? Und dann?

Die Meldungen der letzten Tage überschlagen sich:

Die Syrien-Friedenskonferenz in Genf wird mit der Opposition und Mitgliedern von Assads Regierung stattfinden. Jetzt wurde auch der Iran von Ban Kimon eingeladen. Kein unwichtiger Teilnehmer; ist der Iran doch ein Unterstützer von Assad und kann entscheidend zu Ergebnissen beitragen. Da der Iran schon bei den Atomverhandlungen eingelenkt hat, könnte dies auch eine Möglichkeit für den Iran sein, sein Image, sein Gesicht, in der Welt wieder aufzufrischen. Auch gibt es inzwischen Meldungen, das Mitglieder von Assads Partei ein Ende des Konfliktes herbei wünschen. Inzwischen ist auch der Opposition klargeworden, das man diesen Konflikt so nicht gewinnen kann. Keiner kann das. Die Folgen sind, das die ISIS, die von Al-Qaieda dominierte Front, die Oberhand gewinnt und Gebiete erobert in welchen sie bereits die volle Kontrolle innehält. Dort wird sofort die Sharia eingeführt. Etwas was eigentlich kein Syrier wollte: weder Assad, noch die Opposition. Dieser Gemeinsame „Feind“ könnte die Schnittmenge sein die beide Seiten zur Einsicht führen könnte.

Jetzt gibt es folgende Optionen:

  • Der Iran unterlässt die Unterstützung von Assad und bekommt im Gegenzug weitere Aufhebungen von Sanktionen
  • Russland gibt Assad Asyl
  • Die Regierung Assad erkennt die Hauptforderungen der Opposition an
  • Die Oppostion stimmt Wahlen unter Aufsicht der UN zu
  • Die UN richtet im Internationen Gerichtshof in Den Haag ein Tribunal ein um die auf beiden Seiten verübten Kriegsverbrechen aufzuarbeiten und zu ahnden.
  • Die UN gibt ein Mandat zur Entsendung von Blauhelmen und Soldaten der Arabischen Liga nach Syrien, die bis 50km hinter der Libanesichen, Türkischen und Jordanischen Grenze alle entwaffnen. Dies würde eine Rückkehr des Großteiles der Flüchtlinge aus dem Libanon, der Türkei und Jordanien bedeuten und eine entschärfung deren Lage dort bewirken
  • Die Weltgemeinschaft zieht Mittel zum Wiederaufbau zusammen. Von 6 Mrd Dollar war die letzten Tage die Rede.

Die Verwüstungen in Syrien geben allerdings auch die Möglichkeit die Infrastruktur und Energieversorgung auf den neuesten Stand der technik zu bringen. Solartechnologie, wie sie in Jülich ausprobiert wird, könnte in Syrien von Syrieren aufgebaut werden wenn der Technologietransfer und Ingenieure dort helfen. Hausbau mit Alterantiven Baustoffen, die Vorort produziert werden können, würden helfen die Kosten erheblich zu reduzieren. Schulen könnten auf einen einheitlichen Standart gebracht werden.

Die Kosten dafür werden zwar erheblich sein, um nicht zu sagen gewaltig, doch bietet dies auch eine Möglichkeit für eine dauerhafte Stabilisierung des Landes und der gesamten Region. Wenn der Iran seinen Worten taten folgen lässt, würde dies auch Auswirkungen auf die Wirtschaft des Irans und seiner Bürger haben. Die einzigen die sich davon bedroht fühlen könnten, wären Saudi-Arabien und Israel. Wenn sich die anderen Arabischen Staaten zusammentun würden, wonach es im Moment aussieht, könnte der Druck auf Israel wachsen, den Palestinensern ihren eigenen Staat zu geben, der ihnen auch zusteht. Dabei sollte der Plan von 1947 umgesetzt werden.

In dessen folge, könnte man auch im Libanon der Hisbollah die Existenzberechtigung absprechen und dort ebenfalls mit Hilfe, diese Entwaffnen. Die Hisbollah könnte, wie sie es auch jetzt bereits schon tut, Krankenhäuser, Kinderheime, Schulen betreiben. Sollte die finazielle Unterstützung dirch den Iran ausbleiben, bliebe ihr eh kaum etwas anderes übrig. Auch hier sollte der Iran seine Einstellung ändern im Gegenzug für Wirtschaftliche Hilfe aus dem Ausland und dem Aufheben der letzten Sanktionen. Eine Rückkehr der Palesinänser nach Palestina würde den Libanon noch mehr entlasten und die Spannungen in der gesamten Region würden sich legen.

Soweit die Theorie. Es könnte alles so einfach sein, denn meiner Erfahrung hier nach, ist es genau das was die Menschen hier wollen. Nun sind jedoch Politiker am Sprachrohr die nicht immer das sagen was die Menschen hier sagen würden. Mit Krediten aus der Weltbank, die zu hohen Zinsen und absurden Bedingnungen vergeben werden, ist dies sicher nicht umsetzbar. Man hätte nur eine Zeit lang etwas Ruhe gewonnen ohne dabei das langfristige zu sehen. Denn die Schulden, die so ein Krieg nunmal mitsich bringt, legen die Saat für neue Konflikte.

Wie ich auch gerade Erfahre, haben sich im Libanon heute die großen Parteien endlich auf eine Regierungsbildung geeinigt. Dies könnte ein weiterer Punkt sein, der für Stabilität in dieser Region sorgt, denn bisher war dies immer sehr schwer, weil sich immer jeder zu Kurz gekommen fühlte.

Ich bin selber einmal gespannt wie sich das in Genf entwickeln wird. Bin ich doch von den Entscheidungen dort ebenfalls betroffen. Solange werde ich mich jedoch weiter um die Flüchtlinge hier kümmern. Es macht ja sonst keiner.

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