Fuckin‘ Shit

Der Krieg in Syrien war nie so nah wie heute. Heute war ich mit einem Freund aus dem Dorf hier in einem Lager. Er und ich hatten für 300$ Winterkleidung zusammengestellt, also Handschuhe, Mützen, Hemden etc, um wenigstens erstmal anzufangen etwas zutun. Vorher haben wir dort beim Chef des Lagers angerufen was denn so am nötigstens sei. Nunja, wie man sich denken kann, ist dies so ziemlich alles was man sich vorstellen kann. Es reichte also nur für 4 große Taschen voll mit dem oben genannten Wintersachen. Dazu noch ein paar Decken. Doch für die 1500 Männer, Frauen und Kinder in dem Lager nur ein Tropfen auf den heissen Stein. Andererseits freuten sie sich trotzdem das sie nicht vergessen wurden. Ein paar Süssigkeiten für die Kids brachten dann doch ein kleines Strahlen in die Gesichter der kleinen. Trotzdem war das Elend unübersehbar. Der tagelange Regen und jetzt der Schnee, der Tagsüber dahinschmilzt, machen aus dem Camp ein Morrast in dem man nur noch durch Schlamm und Pfützen laufen muss. Wer jetzt hier eine Erkältung bekommt, wird den Winter sicher nicht überleben denn, für Medizin ist einfach kein Geld vorhanden.

Die Hygiene lassen wir mal lieber. Ein Blick in ein WC sagt alles darüber aus.

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Von diesen „sanitären“ Einrichtungen habe ich dort 5 gezählt. Für 1500 Menschen.

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Auch wenn ich eigentlich ein Problem habe, solches Elend öffentlich zu machen, so bat man mich dennoch explizit Fotos zu machen um euch zu zeigen was hier so abgeht. Wohlgefühlt habe ich mich dabei nicht denn, auch wenn ein paar sich jetzt sicher etwas schglecht fühlen werden, werden doch die meisten, die diese Bilder sehen, sie nur anschauen, nicken, innerlich etwas empört sein und dann doch wieder seinen Tagesgeschäften nachgehen. Obgleich man sieht das es selbst den ärmsten in Europa, speziell Deutschland, um einiges besser geht. Aber ein schlechtes Gewissen muss man nicht haben, denn es ist ja 4000km weg und somit nicht direkt sichtbar.

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Der kleine versteht noch gar nicht was da passiert, der Vater ist jedoch für ein Paar Handschuhe für 1$ unglaublich dankbar.

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Die Verhältnisse in dem Camp, wie eigentlich in allen im Libanon, sind nur noch eine Katastrophe.

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Die meisten Zelte sind inzwischen undicht. Regen- und Schmelzwasser tropft ungehindert dadurch und macht den ganzen Innenraum nass. Darin schlafen dann auch die alten und kranken.

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Keine 5 Minuten und alles war verteilt.

Das wird ganz sicher nicht das letztemal gewesen sein was ich sowas gemacht habe und auch in Zukunft weiter dahin fahren. Der Chef von dem Lager macht jetzt eine Liste von jeder Familie mit dem nötigsten was man braucht, dann werde ich Zelt für Zelt so gut wie es geht versorgen. Da ich auch schon einmal geschrieben hatte das Spenden an Organisationen nicht zu tätigen sind, weil diese nie oder selten in den Lagern ankommen, biete ich euch an, direkt an mich zu spenden. Es wird dann zwar keine Spendenquittung geben, aber dafür werden 100% auch hier ankommen. Ich werde euch dann Fotos, die Namen derer und vielleicht auch ein persönliches Dankeschön von ihnen zurückgeben. Ob und wieviel es euch Wert ist ein echtes Danke, statt einer Spendenquittung die man nur wegen der Steuer braucht, zu bekommen, überlasse ich euch.

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2 Kommentare zu “Fuckin‘ Shit

  1. Pingback: Erstmal den Winter überstehen | Konrad Zuse Crew

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