Lasst uns verdammt nochmal in Ruhe!

Im Süden von Beirut explodierte heute wieder eine Bombe. Wieder im Viertel was von der Hisbollah dominiert wird. Diesmal war die iranische Botschaft das Ziel des Anschlages. Wieder wird über die Täter spekuliert und diesmal wird sogar Israel mit ins Spiel gebracht. Ersten Informationen zufolge, soll auch Israel mit darin verwickelt sein. Nachdem Der Führer der Hisbollah im TV erklärte, die Hisbollah werden solange an der Seite von Assad’s Truppen kämpfen wie es nötig sein werde, war dieser Anschlag nur eine Frage der Zeit. Wird doch die Hisbollah von dem Iran tatkräftig finanziell und militärisch unterstützt.

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Jedoch gibt es da ein kleines Problem: die Hisbollah hat im Libanon mit ihrem Image zu kämpfen. Ihre Beliebheitswerte sind im raschen Sinkflug, seit sie in Syrien in den Konflikt aktiv eingegriffen haben. Syrien, das 2006 nach der Zedernrevolution den Libanon verlassen müsste, in dem es bis dahin eine Besatzungsmacht war und das Alltagsleben kontrollierte, mit in den Anschlag auf Hariri verwickelt sein soll, hat nicht mehr viele Sympathisanten hier im Libanon. Bis eben auf die Hisbollah und deren Anhänger. Diese Kriegstreiber passen nicht mehr in die neue Zeit des Libanon, in der man die Schnauze voll hat von Kriegen und Konflikten. Die neue Zeit ist eine Zeit des Umbruches und des Aufbaus.
Es gefällt nicht jeden in dieser Region das ausgerechnet der Libanon wieder die Schweiz des Nahen Ostens werden will. Mit einem normalen Alltagsleben in dem jeder seiner Sachen nachgeht, seine Geschäfte betreibt und in Frieden mit den unterschiedlichsten Nachbarn leben will. Die Libanesen waren seit der Zeit der Phönizier schon immer hauptsächlich ein Volk der Händler und Geschäfte. Fast alle Besatzer, die es auf den fruchtbaren Boden des Landes abgesehen hatten, wurde man ohne große Konflikte wieder los. Die Griechen kamen und gingen, die Römer mussten gehen, die Osmanen und auch die Franzosen ist man losgeworden. Syrien hat man auch 2006 friedlich dazu „bewegen“ können abzuziehen. Keine Besatzungsmacht ist hier erwünscht. Besucher, Gäste, Touristen dagegen immer willkommen.
Israel dagegen wurde von der Hisbollah in seine Schranken verwiesen. Damals galt die Hisbollah als diejenigen, etwelche den Libanon von Israel befreit hatten. Dies war auch der einzige Grund für die Gründung der Hisbollah. Nichts mehr und nicht weniger. Doch wie alle Armeen, wenn der ursprüngliche Feind weg ist, wenn die Aufgabe die man hatte erledigt ist, was soll man dann tun? Sich wieder auflösen? Und so fing die Hisbollah an weiter auf Israel zu schiessen. Meistens mit Raketen die vom Iran geliefert wurden.
Und die Libanesen mussten unter den Konsequenzen leiden. Denn Israel schoss zurück. Und das nicht zu knapp. Man kann sagen, für eine Rakete die man auf Israel abfeuert, feuert Israel das hundertfache wieder zurück.

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So entführet die Hisbollah 2006 zwei israelische Soldaten und Israel antworte mit Krieg. Er dauerte zwar nur 33 Tage, kostete aber über 1100 Libanesen das Leben und mehr als eine Million mussten flüchten. In dem Film „Unter Bomben“ werden die Konsequenzen veranschaulicht. Damit fing der Sinkflug der Hisbollah an. Zwar unterhält diese Krankenhäuser, Altenheime und Kindergärten, diese werden jedoch zumeist vom Iran bezahlt.
Nein, die Libanesen wollen das nicht mehr. Sie haben genug davon das sich jeder in ihr leben und ihr Land einmischt. Das jeder versucht die Religionen gegeneinander aufzuhetzen die eigentlich ganz normal koexistieren. Und wenn es hier, ohne Einmischung, funktioniert, dann kann dies auch in Israel und mit den Palästinenserin funktionieren. Der Libanon zeigt das es möglich ist. Dies aber stört einige Politiker. In dieser Region und in Europa. Dan fürchtet Einfluss zu verlieren obgleich man hier nichts verloren hat. Ein stabiler naher Osten ist das fürchterlichste was der europäischen, speziell der deutschen, Rüstungsindustrie passieren kann. Israel bräuchte kaum noch Waffen von Deutschland und den USA und könnte in Infrastruktur investieren, die Palästinenser, ob die nun einen eigenen Staat bekommen oder nur Land spielt eigentlich keine rolle, würden wie alle im Libanon, ihren Platz auch in Israel finden, die Hisbollah hätte kaum noch Einfluss und wäre keine Bedrohung mehr und alle könnten tun was sie am besten können: Handel treiben und ihren Geschäften nachgehen. Verlierer wären die Arbeiter in der Rüstungsindustrie.
In Syrien würde früher als gedacht eine Seite gewinnen und der Krieg wäre vorbei. Sei es nun Assad oder die Aufständischen. Für die Flüchtlinge spielt das eigentlich keine so große rolle. Assad ist sicher kein Weisenknabe, aber vor dem Aufstand konnten auch dort alle Religionen friedlich nebeneinander leben. Aleppo, Damaskus, einst Perlen des nahen Ostens, sind jetzt zerstört. Ein Wiederaufbau würde Syrien zu einem Bittsteller bei der Weltbank machen. Es das bedeutet, wissen meine Leser ganz sicher. Es bedeutet Verschuldung bei amerikanischen Großbanken. So wie der Libanon bis 2006 einen ausgeglichenen Haushalt hatte, wurde es danach in die Schuldenfalle getrieben, weil Israel in dem letzten Krieg hauptsächlich die Infrastruktur zerstörte. Brücken, Straßen, Kraftwerke.

Jetzt versucht man also schon wieder den Libanon zu destabilisieren, in einen Krieg zu ziehen, den hier keiner will. Kräfte von aussen, die manchmal recht kuriose Bündnisse untereinander eingehen, finanzieren Gruppen, planen und verüben Anschläge und tun alles um zu bekommen was sie wollen. Koste es was es wolle. So schrieb Richard Silverstein in seinem Block über die Hintergründe des Anschlages:

There are elements to this incident that are clear and other elements not as clear to the naked eye, but evident nonetheless.  What is clear is that these bombings are “payback” for Hezbollah’s increasing presence in the Syrian civil war on behalf of Bashar al-Assad’s government.  Syrian rebels, largely composed of Sunni fighters, some of whom support Al Qaeda, understand that Hezbollah has provided major support for Assad and especially at a critical juncture when government forces appeared to be crumbling.  The Sunni fighters have determined that the best way to undermine Hezbollah’s commitment is to hit them “where they live.”  That is, in the Shiite heartland of Beirut (or those city neighborhoods in which Shia and Hezbollah predominate).  The bombers figure if they can kill enough Shia, they might rattle the conviction of Hezbollah, or at least peel away local supporters who didn’t bargain for a guerrilla war in their own backyard.

Hört auf Waffen an Israel und die Hisbollah zu schicken, schickt lieber Decken für die Flüchtlinge! Hört auf Assad und den Rebellen Waffen zu schicken, Schickt besser Medizin! Wenn es keine Waffen mehr gibt, wird der Konflikt von ganz alleine Versiechen und man wird gezwungen sein zu reden, denn es bleibt nichts anderes übrig. Mischt euch nicht ein und ihr werdet keine Flüchtlinge mehr aufnehmen müssen.

Also, lasst uns hier einfach nur in Ruhe!

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