9 Monate Libanon

Jetzt bin ich also wirklich schon ein Dreiviertel Jahr im Libanon.

Bisher habe ich noch keinen Terroristen gesehen. Klar, die Hisbollah versuchte mir und meinem Besucher in Baalbek T-Shirts zu verkaufen mit deren Logo, und das ganze auf deutsch, aber als wir denen klar machten, das dies in Frankfurt/Main Flughafen am Zoll zu Komplikationen führen könnte haben sie das verstanden und uns in Ruhe gelassen. So konnten wir die Ruinen in Ruhe genießen.

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Ja, die Hisbollah hat es heute nicht gerade leicht. Sie sind nicht mehr so beliebt wie vor ein paar Jahren noch, als Israel der große Bösewicht war. Jetzt gilt deren Blickpunkt nach Syrien und dem unterstützen von Bashir Assad. Nun muss man zur Geschichte des Libanon wissen, das es bis 2006 von Syrien besetzt war. Und wie sich Besetzer aufführen kennt man ja. So will der Großteil der Libanesen das Assad endlich seinen Stuhl räumt, der Krieg beendet wird und die Flüchtlinge zurück können. Die Unterstützung der Hisbollah jedoch verlängert nur alles unnötig und ein Ende ist nicht in Sicht.
So werden Waffentransporte der Hisbollah in die Luft gejagt oder Raketen treffen von Hisbollah kontrollierte Gebiete in Beirut.
Überhaupt haben sie es nicht leicht, werden als „Spassbremsen“ bezeichnet, denn die meisten jungen Libanesen der Generation Facebook wollen nur noch Spaß und haben keinen Bock mehr auf Kriege. Sie wollen tanzen, Bier trinken, Feiern.
Sie haben die Welt gesehen und wollen nicht mehr drauf verzichten ihren Teil vom Spaß abzubekommen.

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Sie haben durch harte Arbeit aus dem Libanon wieder ein sehenswertes Land gemacht. So sind uns diese Woche deutsche Touristen in Beirut über den Weg gelaufen die ebenso begeistert sind. Chinesen, Schweizer, Franzosen, Iren die besoffen die Rue 12 lang liefen und das Kamelot, ein British Pub, schön ignorierten gg

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Als wir vorgestern in Baalbek waren, kam die Meldung „zwei deutsche im Libanon entführt“. Sofort meldeten sich die Eltern meines Besuchers und fragten nach. Kopfkino eben. Heute erfährt man, das es zwei Libanesen mit deutschem Pass waren die Drogen geschmuggelt hatten. Inzwischen sind auch die wieder auf freiem Fuß. Der Norden des Libanon, also die Grenze zu Syrien, in deren Nähe die umkämpfte syrische Stadt Homs liegt, ist ein Rückzugsgebiet der Rebellen und wird auch gerne öfters von der syrischen Armee beschossen. Für Touristen, speziell deutsche, besteht aber keine Gefahr. Deutsche sind hier überall willkommen und werden gerne gesehen. Selbst die „Terroristen“ der Hisbollah lassen deutsche Touristen in Ruhe. Unterhält sie doch auch Hotels und Restaurants und würde sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn Touristen etwas passieren würde.

Leider muss ich sagen, das die deutschen Medien wirklich verdammt gute Arbeit geleistet haben und dem Libanon ein Image verpassten von dem man sich, dank Kopfkino, nur schwer erholen kann. So lade ich jeden gerne hierher ein sich selbst vom Gegenteil zu überzeugen, was nicht einfach ist. Zu groß sind eure Ängste.
So biete ich also nur die Möglichkeit an und lache mich über die kaputt die lieber über Deutschland und seine unveränderliche Politik jammern aber dennoch nichts machen und bleiben. Also, lasst den Libanon dann besser in Ruhe und verbreitet keine Falschmeldungen von deutschen Medien als die Wahrheit. Ihr kennt den Libanon nicht und wollt ihn auch nicht kennenlernen. Schade kann ich dazu nur sagen. Ist man hier doch unterm Strich sicherer und freier als in Europa, speziell Deutschland.

So bleibt mir nur dieses Video Don’t go To Lebanon!

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